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Nach einer jahrelangen Odysee durch Kliniken, Arztpraxen und Therapiemethoden: Akupunktur als Hoffnungsträger. Die Zeitschrift Gesund & Vital berichtet.

Sabine F. ging durch ein tiefes Tal – fast 20 Jahre lang. Multiple Sklerose mit Begleiterscheinungen, Medikamente mit schweren Nebenwirkungen. Später kamen Neuralgien mit unerträglichen Schmerzen hinzu. Die Folge: Berufsunfähigkeit und eine erhebliche Minderung der Lebensqualität. Bis die Bietigheimerin die Akupunktur entdeckte: Kompassnadeln, die ihr den Weg aus der Krise wiesen.

(grigo). Die Gehstörungen und Probleme in der Feinmotorik waren massiv: Es war einer von vielen Schüben von Sabine F.*, der im Jahre 1994 mithilfe medizinischer Untersuchungen die richtige Diagnose offenbarte: Multiple Sklerose. Fünfzehn Jahre hatte ihre Odysee durch Arztpraxen und Kliniken gedauert bis zur niederschmetternden, aber endlich klärenden Wahrheit. Wieder verordneten Ärzte hochdosiertes Cortison. Die Folge: Starke Nebenwirkungen wie Infektanfälligkeit, erhöhter Blutzucker, Stoffwechsel- und Schlafstörungen, psychische Probleme.

Was mit Taubheitsgefühlen und Sehstörungen wie Doppelbildern in den siebziger Jahren begonnen hatte, nahm ihr zwanzig Jahre später den Lebensmut. Die ehemals leidenschaftliche Lehrerin war physisch und psychisch am Ende, zumal, die von der MS begünstigten Neuralgien ihr das Leben zusätzlich zur Hölle machten. 16 Wochen im Jahr war sie arbeitsunfähig und wurde schließlich in Frührente geschickt- mit Anfang vierzig.

„Ich habe alles ausprobiert an Medikamenten, habe die besten Neurologen und Kliniken aufgesucht, die sich auch alle engagiert haben. Ich nahm hochdosierte Medikamente gegen die Neuralgien- teilweise sogar Opiate. Nichts half, im Gegenteil: Die Nebenwirkungen waren extrem. Und das Paradoxe daran: Die Krankenkassen zuckten nicht mit der Wimper, diese teuren Medikamente zu zahlen, die letztendlich nichts halfen. Doch bei alternativen Therapien wie zum Beispiel Akupunktur, die viel günstiger ist und zudem noch sehr wirksam,wird- wenn überhaupt- nur widerstrebend gezahlt. Der Kostenfaktor jedoch war zweitrangig- zu groß war der Leidensdruck, die durch die Neuralgien verursachten Schmerzen und die Hoffnungslosigkeit angesichts der bisherigen wirkungslosen Therapien.

Dann stieß Sabine F. in Bietigheim auf eine Gemeinschaftspraxis für Anästesie, Akupunktur und Schmerztherapie. Sie versuchte es mit der empfohlenen Körperakupunktur- und erlebte eine kleine Offenbarung: Die höllischen Trigeminus- Schmerzen im Gesicht klangen etwas ab, ließen sie sogar das Wagnis eines Urlaubs in Frankreich eingehen. Etwas voreilig: Die Schmerzen meldeten sich wieder zurück, hinzu kam eine ebenfalls schmerzhafte Gürtelrose: Der Urlaub wurde abgebrochen. Die Wochen vergingen mit zermürbenden Schmerzen. Der Leidensdruck wurde so stark, das Sabine F. sich schon fast dazu durchgerungen hatte, die von der Klinik empfohlene Zerstörung des Gesichtsnervs zu erwägen, um endlich wieder schmerzlos leben zu können. Die zu erwartenden Folgen – Empfindungslosigkeit, Taubheit und eine Störung des Geschmackempfindens – ließen sie allerdings noch zaudern.

Zum Glück. Denn Dr. Kreisel, einer der Ärzte in der Gemeinschaftspraxis in Bietigheim, spezialisiert auf Ohr-, Implantat- und Laserakupunktur und TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), übernahm ihre Behandlung komplett. „In ihrem ausgesprochenen schwierigen Fall“, erinnert sich Dr. Volkmar Kreisel, „hatten wir die Grenze der Körperakupunktur erreicht.“ Nach einer Störfelddiagnostik und diagnostischen TCM- Methoden begann er eine individuell auf Sabine F. abgestimmte Therapie. Sie entschlossen sich zur einer Implantat- Akupunktur: Unter örtlicher Betäubung wurden winzige Nädelchen auf entsprechende Meridiane im Ohr implantiert. „Die Schmerzen wurden nicht sofort weniger“, erinnert sich Sabine F., „aber ich wusste, dass es seine Zeit braucht, es sogar, wie bei Naturheilverfahren nicht selten, zu einer Erstverschlimmerung hätte kommen können.“

Letztendlich dauerte der Übergangsprozess bei ihr acht Wochen. „ Die Schmerzen der Neuralgien wurden von Tag zu Tag weniger“, erinnert sich die Bietigheimerin, „ und schließlich waren sie ganz weg.“

Und noch etwas verbesserte sich: „ Die Therapie schien ganzheitliche Auswirkungen zu haben“, wunderte sich Sabine F., „und wirkten sich auch auf meinen psychischen Allgemeinzustand aus. Und der war sehr schlecht, denn jede chronische Krankheit zehrt, macht niedergeschlagen und hoffnungslos.“

Und jetzt? Wie fühlt sie sich heute? „ Ich weiss, dass MS nicht heilbar ist, aber sie ist bei mir zum Stillstand gekommen: Seit 1995 hatte ich keinen einzigen Schub mehr- das ist selten, aber für mich ein Glücksfall. Und: Ich habe keine Trigeminus-Schmerzen mehr. Darüber bin ich unglaublich glücklich.“

*Name von der Redaktion geändert
Gesund & Vital, 18.10.2008



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